23
Mrz
11

Turbulenzen in der Ruhezone @ Köln

Die vorletzte Station der gemeinsamen Tour von Daantje & the golden handwerk und _pappmaché mit dem verheißungsvollen Titel „Turbulenzen in der Ruhezone“  fand statt in der Kölner Südstadt – weniger auf, sondern in der „Lichtung“. Ziemlich licht waren an diesem Abend die Zuschauermengen, weniger Licht gab´s auf der Podestbühne des wohnzimmerartigen Konzertraums (daher auch die bescheidenen Fotos). Zugegeben, noch nie habe ich bei einem Konzert in einem so bequemen Ledersofa gesessen. Daß jedoch das Solo-Trio-Ensembel aus der Knyphausen-Generation durchaus Kenner der Akustik-wertschätzenden Musikszene anzulocken vermag, konnten die drei Herren an diesem Abend nur von den vergangenen Konzerten berichten.

Eröffnet wurde der Abend von Christoph Kohlhöfer alias _pappmaché, der mit sauber-klarem Gitarrenpicking seine textfülligen Stimmungsbilder präsentierte. Durch geschickt eingeflochtene, live eingespielte Sequenzen aus der Loop-Station schafft er als Solist schöne, vielschichtige Gesangs- und Gitarrenlinien. Nach drei Liedern steigt Steffen Nibbe am Bass ein, auch bekannt als Frontmann der Kieler Band „Staring Girl“. Schließlich ergänzt Daantje am Keyboard! das Trio und sie spielen unter anderem einen Song, der nett groovt und sich bei mir schnell ohrwurmartig festbeißt –  Beschlagenen Scheiben: „Wir gehen dahin wo´s noch wehtut, und wo man Kanten kennt“.

Nach kurzer Pause folgt „Hauptact“ Daantje (aka Joachim Zimmermann):  Neben textlichen und instrumentellen Ähnlichkeiten zum Vorgänger ist sein Sound etwas rauher, krauser, so daß die Saiten schon mal scheppern dürfen. Auch gesanglich wird gerne Gas gegeben. Neben den bekannten Stücken „Nicht viel“, „Alles, was wir haben“, „Der Container“, „Wer du bist“, „Zum Tee zu Neerström“ (eigentlich ein Keyboardstück), „Herr Wisemann“, „Aus der Stadt“ (Cover von „die Bäume“) gibt es den neuen Song „Dein Lied“.

Das Publikum, bestehend aus Tresenpersonal, Mitgliedern einer englischen Band, wenigen Zufallsgästen und ein paar handverlesenen Fans, hat zumindest konzentriert zugehört und nach Kräften Beifall gespendet.

Abschließende Musiktips:

Daantje arbeitet derzeit an einem neuen Silberling, der bei Omaha-Records erscheinen wird. Zu seiner EP „aha“ an anderer Stelle -> mehr.

Das aktuelle Album von _pappmaché nennt sich „Im Gastraum des Sortimentsmanagers“ (Omaha-Records). Das sind filigrane Klänge, dominiert von der Akustikgitarre, fein gewürzt mit elektronischen Elementen, die das Spektrum Singer-Songwriter bis „Die Sterne“ abdecken. Gesanglich klar artikuliert, textlich kontemplativ, kehrt _pappmaché der Diktatur des Reims in seinen Betrachtungen über die Welt gerne mal den Rücken. Ein Album, dessen klare Klänge zielstrebig ins Ohr perlen wie windgetriebene Regentropfen über Autoscheiben. Sehr SCHÖÖN!


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