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Jan
10

2. Kölner Schlaraffentag … und trotzdem wollen alle auf die Bühne

Am 28.01.2010 fand im Stadtgarten Köln der 2. Kölner Schlaraffentag statt.

Hier ein paar Impressionen von einem langen Abend – musikalische Völlerei, daß man dicke Ohren bekommen könnte:

Line-up:

20:00 – 20:30 Lars Gerhardt: Opener des Abends, One-Man-Band in guter Liedermachertradition, schöne, melodische Gitarrenmusik von einem sympathischen Typ, der auch mal Sozialpädagogik studiert hat und dem man das humoristische Wortspiel à la Funny van Dannen eher abnimmt, als den sozialkritischen Protestler. Selbstdarstellende Zusammenfassung (Liebe und Musik) 

„… das ist nicht lukrativ und relevant, aber es bringt mehr Musik und Liebe in dieses Land.“

20:30 – 21:00 Phillip Süß: In erster Instanz der „Gott“ des Schlaraffentags, dem alle Besucher später noch kurz danken durften, in zweiter Instanz als Duo mit Violinenbegleitung vom stummen „Francis“ als Musiker zu hören. Wunderbare, intensive, lyrische Texte, hier auch in seinem Blog nachzulesen. Wie zum Beispiel (Man soll sie feiern, wie sie fallen):

„An diese Nacht hab ich gedacht an so manchem üblen Tag,
Ne Tüte Fritten und ein Bier und rauf zum Mond,
Hab den Sommer überlebt, ich glaub, ich kann mal wieder raus
Endlich Luft, die das Einatmen lohnt.“

21:00 – 22:00 Enno Bunger: Mit dem Trio aus Leer startet der Abend in die tanzbare Abteilung. Poplastige Songs über das Leben und die Liebe, echt und ohne künstliche Attitüde, glaubhaft, spontan vorgetragen. Intro (#179/2010) schreibt in einer Rezension über das im Februar erscheinende Album: „Enno Bunger suchen keine Worte, sie sprechen sie einfach aus.“ Kann man so sehen.
Enno Bunger an den Tasten wirkt auf den ersten Blick schmächtig, entwickelt aber enorme Energie und Ausstrahlung. Er baut eine kleine Anekdote aus seinem Brotjob als Kirchenorganist ein und berichtet wie unglaublich peinlich es ist, wenn man Beerdigungsgästen versehentlich den Hochzeitsmarsch entgegenschmettert. Nette Truppe, die trotz großem Applaus keine Zugabe mehr geben darf.

22:15 – 23:20 Voltaire: Heimspiel der Kölner Band rund um Roland Meyer de Voltaire. Der Stadtgarten ist mit etwa 150 Gästen gut gefüllt, die letzten Meter vor der Bühne werden zum ausgelassenem Tanzen genutzt. Auch wenn die anschließende Band als Top-Act des Abends gehandelt wird scheinen Voltaire den meisten Zuspruch zu finden. Expressive Performance, lautlautlaut – vom Songwriter-Opening hat sich der Abend deutlich wegbewegt.

23:40 – 00:30 Schöftland: Angereist aus Bern, im Gepäck die jüngst erschiene CD „Der Schein trügt“. Wer sagte an diesem Abend zuvor noch: „Ihr werdet sagen können, ihr habt sie live gesehen, bevor sie berühmt wurden?!“ Nach dem Feuerwerk, das Voltaire abgeschossen hatte war es nicht leicht, einen guten Anschluß zu finden. Flo von Grünigen, Sänger, Texter und Kopf der Schweizer Band versuchte stimmungsmäßig anzuknüpfen. Die Zuschauerreihen hatten sich etwas gelichtet, was auch an der fortgeschrittenen Zeit gelegen haben mag. Die Stimmung der Band war jedoch ungetrübt gut und sie lieferten ein wunderbares Konzert mit dem Repertoire des neuen Albums ab. Wer den oft strapazierten Vergleich mit „Element of Crime“ im Hinterkopf trug wurde bei diesem Auftritt eines Besseren belehrt, denn Schöftland beherrschen nicht nur die Kunst melancholische Songs über Liebe-Sinn-und-Sein zu schöpfen, sondern decken ein Spektrum ab, daß von rockig dynamisch bis rhytmisch jazzig-verschachtelt reicht. Dem aktuellen Album liehen auch die befreundeten Musiker aus Hamburg Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch für 2 Songs ihre Stimme.

Ich erlaube mir mal, eine Textzeile über den Wahnsinn des Musikerseins bei Schöftland abzutippen:
(Der Schein trügt)

… doch der Schein trügt,
und der Freund lügt,
und trotzdem, und trotzdem,
wollen alle auf die Bühne …

So sei es denn!


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