17
Nov
09

Lambchop‘ s „This Corrosion“ – ein Lied wie guter Wein

Music makes my day – heute hat das Motto in meinen Tag gepaßt wie selten.

Ausholend erzählt: ein Musikmagazin wird 20 (2009 scheint das Jahr der Musikzeitschrifts-Jubiläen zu sein…) und bringt neben dem regulären Heft ein Sonderausgabe mit Bonus-CD raus. Ein Interview auf ByteFM verfolgend beschließe ich, mir das Heft zu besorgen, scheitere als Gelegenheitskäufer aber am mageren Sortiment der Verkaufsstellen meines provinziellen Biotops. Hier bekommt man Käseblättchen, PC-Literatur, Bravo & Co und „Schöner Wohnen“-Magazine bis zum Abwinken, aber keine vernünftigen Musikzeitungen („… haben wir aus dem Sortiment genommen, weil die keiner nachfragt“ – hallo?!). Der Schreibwarenladenchef kennt mich und meine „exotischen“ Anfragen inzwischen.
Statt also 40km in die Metropole zu fahren wähle ich die umweltschonende Methode und klopfe freundlich mailend bei der Redaktion an. Dort äußert man Verständis für die bedauernswerte Lage und verspricht Abhilfe. Meine Einzelbestellung gebe ich ab und überweise zügig den Kaufpreis. Und schaue täglich in den Briefkasten. Nach unglaublichen 14 Tagen (wär ich doch besser in die Metropole gefahren…) steckt endlich das ersehte Heft in meiner Post – und landet wegen Zeitmangel erst mal auf dem völlig überfüllten Wohnzimmertisch.

Es dauert noch drei weitere Tage, bis ich endlich zur Zeitung greife und die beiliegende CD den Weg in meinen Player findet. Während ich nebenbei meine ToDo-Liste abarbeite erwischt mich plötzlich ein Song – will meinen, ich lasse alles stehen und liegen, stehe gebannt vor den Boxen bis der Song verklingt. Wiederholungstaste! Der Song schleift ab da zwei Stunden nonstop durch.
Was da läuft? Das Stück ist 20 Jahre alt, erinnert mich irgendwie an gewisse Parties, damals ein Klassiker der neu aufkeimenden Gothik-Rock-Welle, deren Anhänger, genannt „Grufties“ in schwarzen Mänteln, spitzen Schuhen und auftoupierten Haaren den frontalen Wiegeschritt für die Disko etablierten.
„This Corrosion“ von der großen Platte der Sisters of Mercy „Floodland“, in der absolut berührenden Version von – ausgerechnet – Lambchop! Gegensätzlicher kann Musik kaum sein: elektronisch-bombastisch vs. instrumetal-entschleunigt. Ben Begriff „Cover“ mag ich garnicht dazu setzen, weil das, was Kurt Wagner aus dem Stück gemacht hat in meinen Ohren vollkommen anders und um Längen besser klingt – als hätte ich es nie zuvor gehört: die Musik filigran, ruhig pulsierend, sparsam akzentuiert, die Stimme eher dezent und doch deutlich. Den Text hab ich füher auch nie wirklich beachtet!
Als würde man eine gute Flasche Wein aus dem Keller holen, die 20Jahre + 14 + 3 Tage gebraucht hat, lange gelagert und gut gereift ist, um in meinem Wohnzimmer zu landen. Ob das nun Wagners Leistung ist oder an dem Alterungsprozess meines Musikgeschmacks liegt?
Zum Wohl:

Lambchop veröffentliche „This Corrosion“ 2002 auf dem Album „Is A Woman“, die SOM veröffentlichten „Floodland“ 1987.

Ach ja, das Musikmagazin heißt VISIONS und feierte Anfang November mit der 200.Ausgabe sein 20jähriges Bestehen. Ursprünglicher Kaufgrund war meine Neugier auf das Projekt Them Crooked Vultures (Dave Grohl – John Paul Jones – Josh Homme). Die Bonus-CD „All Areas“ Vol.109 enthält eine temporeiche Mixtur: die deutschen Bands Madsen, Kettcar sind vetreten, Größen wie Foofighters, Nirvana, Pearl Jam, The Robocob Kraus, Dredg und eben auch das Stück von Lambchop


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