12
Aug
09

48 Stunden Hamburg

Herz mit Anker - Anker im Herz? Herz am Anker?

Beneidenswert finde ich immer die Leute, die sich eine Zahnbürste in die Jackentasche stecken, an die Jeanstasche zum Portemonnaie greifen und sagen: Von mir aus können wir fahren!
Soweit werd ich´s nie bringen, Nomadentum liegt mir nicht, aber über die Jahre habe auch ich mir ein gesundes, ballaststoffärmeres Packverhalten angeeignet. Nun steht mein Hamburg-Wochenende bevor, Open-Air-Konzerte in meinem Terminplan und frische Temperaturen im Wetterbericht – das bringt Turbulenzen in mein abgespecktes System. Der Hoch- und Festivalsommer schwächelt. Pulli, Regenjacke, Sandalen, Stiefel, was Hübsches oder eher praktisch?

Und wenn ich schon damit beginne, mir über Outfit und Equipment den Kopf zu zerbrechen kann ich gleich mit dem Programm fortfahren.
Weit ausgeholt: Eigentlich wollte ich überhaupt nicht nach Hamburg!
Ist zwar ´ne schöne Stadt, hat viele nette Läden und gute Bands, schöne Aussichten und frische Brise … ein entscheidender Nachteil aber die zu überwindende Distanz von 400km. Im letzten Jahr stand ich schon mal vor der gleichen Entscheidung, hatte sogar zwei Termine zur Auswahl. Hab mich dann für einen entschieden, wär aber Nachhinein besser zum anderen gefahren. Da wo ich nicht bin sind immer die besten Konzerte, beschleicht mich ein Verdacht. Also lass ich´s lieber gleich. Nein, am 15.August nach Hamburg fahren, kommt nicht in Frage!

Und dann treffe ich eine Hamburgerin in Köln. Sie schwärmt von genau dem Konzert, zu dem ich nicht fahren werde – was angesichts des nordischen Temperatments und ihrer Routine im Kulturbetrieb ja schon was heißt. Das hat mich dann doch irgendwie zum Grübeln gebracht – nein: überzeugt.
Wenn schon – denn schon: damit sich die Fahrerei lohnt, mehr als im Frühjahr mein Kurztrip ins Kino nach Berlin leg ich noch einen Tag drauf – dann bleibt ein wenig mehr Zeit zum Umsehen.
Und die werde ich brauchen, denn um das ursprünglich anvisierte Konzert ranken sich fast wie von selbst neue Termine:

Chronologie der Pläne:

Übel und Gefährlich

Konzertbunker Übel & Gefährlich

TOP 1. Dachgartenkonzert im Übel & Gefährlich: am 15.08.2009, ab 21:00Uhr spielen Veranda Music und Nils Koppruch!
Im letzten Sommer gab es an gleichem Ort bereits ein Dachgartenkonzert mit Nils und die, die da waren schwärmen noch heute überzeugend von der Atmosphäre: Musik im Sonnenuntergang über der Skyline von Hamburg. Impressionen zum Anschauen.

TOP 2a. Über Umwege stoße ich dann auf das Dockville: Welch glückliche Fügung, findet doch am Wochenende vom 14. -16.08.2009 auch das Kunst- und Musik-Festival Dockville in HH-Wilhemsburg statt. Also schnell mal ins Programm und Line-Up geguckt und für lohnenswert befunden. Leider läuft der Top-Act Element Of Crime zeitgleich mit meinem Dachgarten-Konzert. Aber über meine Prioritäten gibt es zumindest hier keinen Zweifel.
Das Dockville starten ja schon am Freitag, den 14., da wird sich schon was nettes finden: Herrenmagazin, Bill Callahan, Soap & Skin.

TOP 2b. Beim Blick aus dem Fenster kommen mir leider gerade Zweifel, ob eine Outdoor-Veranstaltung am Wochenende wirklich den puren Kulturgenuß bieten wird. Nass, nass, nass … dafür bin ich nicht gemacht… (Koppruch) und so freue ich mich über eine neue Alternative, die sich auftut: Kino! Im Zeise Kino Altona läuft am 14.08. in der late Night-Vorstellung ab 22:30Uhr der Film von Bernd Begemann „Alle müsssen mit“, eine Doku über das Leben und Streben der Indie-Musikszene mit vielen Interviews: Paula, Erdmöbel, Samba, Die Türen, Klez.e, Richard von der Schulenburg, Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen), Wolke, Nils Koppruch, Britta, Niels Frevert, Superpunk oder die Indie-Popper von Anajo.
Herr Begemann wird der Aufführung höchstpersönlich beiwohnen.
Auch fein, wärmer, trockener und kostengünstiger. Ach, immer diese Entscheidungen …

TOP 3. Wenn mir zwischen all den Möglichkeiten, Regenschauern, und Mailfreunde-zum-Kaffee-treffen noch Platz bleibt tritt
TOP 4. ein: Sightseeing! Landungsbrücken, Fischmarkt, das Karo u.v.m. … und Mitbringsel kaufen.

Das schwerste Gepäck, das man mitnehmen kann sind Erwartungen.
Ahoi Hamburg.
Möge mein Gepäck leicht sein.


2 Responses to “48 Stunden Hamburg”


  1. 7. September 2009 um 14:57

    Das Dockville war wieder großartig, or? 🙂

  2. 7. September 2009 um 19:19

    Mag sein – ich hab das Freunde-Treffen ziemlich ausgedehnt und dem Gedränge und Darben vor Bierständen vorgezogen. Maybe next year …


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