23
Jan
09

WDR-Rockpalast: Leckerbissen für FINK -Fans

Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, daß ich großer Fink-Fan bin?

Die vielleicht eigenwilligste Form der Spezies Deutsche Band mit der Kernzelle Nils Koppruch – Andreas Voss, die sich 2006 ausschwärmend auflöste?

“Was weinst du dir die Augen aus, sag’ an was tut dir weh?”
Wer den Finken immernoch nachtrauert findet hier ein paar Momente zum Tränen trocknen.

Der digitale ARD-Sproß einsfestival wiederholt am 03.02.2009 eine Rockpalast-Aufzeichnung aus der Harmonie Bonn vom 05.10.2004 aus der Konzert-Reihe Crossroads. In manchen Programmankündigungen finde ich leider bei gleichem Sendetermin auch einen Beitrag über „50 Jahre Grugahalle“ daher ist diese mit Vorfreude getätigte Ankündigung mit Vorsicht und ohne Gewähr zu betrachten. EinsFestival kann online empfangen werden, hier Hinweise zu den Empfangsmöglichkeiten.
Kleiner Vorgeschmack mit damaligen Set-List, Bandbesetzung und Fotos.

Ich erlaube mir mal die laudatio-artige Vorstellung der Band im Rockpallast-Programm hier zu zitieren:

FINK Stand: 25.11.2004

Seit 1996 arbeiten FINK an ihrem eigenen Entwurf relevanter, dabei aber lässiger deutschsprachiger Musik. Mit volksliedhafter Wucht und lakonischen Texten, mit Abstand zu sich selbst. Beeindruckende Beobachtungsgabe und das Talent, Geschichten auf assoziative Art zu erzählen, zeichnen sie aus. Die erste Person Singular ist meistens weit entfernt. Und doch weben die Hamburger innige Balladen und sehnsüchtige Liebeslieder in ihren bunten musikalischen Teppich. Mehr Vielfalt als auf ihrem fünften Album „Haiku Ambulanz“ war nie. Mittlerweile auf eine zweiköpfige Kernbesetzung (Nils Koppruch und Andreas Voss) mit wechselnden Gästen geschrumpft, verstehen es FINK, durch spielerische Energie und Freude am unbedarften Experiment, ihren karg-knarzigen Kosmos zu erweitern. Reggae-Bassläufe kreuzen sich mit asthmatischen Mundharmonikas, Mariachi-Trompeten vereinen sich mit holpernden Drumloops. Django-Reinhard-Gitarren gehen Hand in Hand mit klappernden Folk-Banjos und Jazzgrooves wechseln sich mit luftigen Beatnummern ab. All das nach wie vor auf der instrumentalen Basis der Folkmusic, auf Banjos, Pedalsteel- und Bottleneck-Gitarren. Das stolpert stolz nach vorne, durch alle Häfen und Kaschemmen dieser Erde, das strotzt vor doppeldeutiger Textpoesie. Die vielleicht originellste Band Deutschlands.

Ein paar Eindrücke von Soundcheck und Konzert aus dem Crossroads-Tagebuch von Rembert Stiewe

Als ich noch mit großen Augen den Saal betrachte, treffen Fink ein. Großes Willkommens-Hallo. Am Ende des reibungslosen Soundchecks eine Überraschung. Sie setzen sich eigenartige Feinmechaniker-Brillen auf, die auf Höhe der Schläfen je mit zwei batteriebetriebenen Lämpchen bestückt sind. Zu „Wo geht das Licht an?“, der ersten Zugabe, soll der Saal dunkel sein. Dazu wird Nebel gewünscht, viel Nebel, so dass die Band nur schemenhaft zu erkennen ist und die winzigen Lampen durch den Qualm beamen. Gute Idee. Theoretisch. Denn Fernsehen braucht Kameras und Kameras brauchen Licht. Viel Licht. Nach intensiver Beratschlagung scheint ein Kompromiss machbar. Bisschen Licht, bisschen Nebel. Fink-Nils erwähnt noch, dass sie die Brillen-Geschichte lieber abblasen, als das mit zu wenig Nebel und zu viel Licht durchzuziehen: „Wir tragen zu dem Titel so komische Verkleidungen, Hasenkostüm und so. Ohne Nebel sehen wir darin aus wie die Deppen.“ Eine prophetische Feststellung.
Das Interview mit Nils und Andreas ist hochinteressant und entspannt. Zwar war anfangs auf meiner EB-Cassette keine Tonspur zu finden, aber das konnte glücklicherweise von Gottfried und Peter, dem erfahrenen Kamera-und Ton-Team, noch behoben werden.

Und später vom Auftritt:

… Dann Fink: Groovier denn je. Ihre lässigen, originellen Lieder gewinnen noch live. Alles sehr stilvoll, abwechslungsreich instrumentiert, unterhaltsam und spielfreudig dargeboten. Ich selbst bin ohnehin großer Fink-Fan – aber auch die Mehrzahl der Zuschauer sang begeisert mit. Famoser Auftritt. Mit halbwegs spektakulärem Finale – nach dem letzten Stück eilen sie von der Bühne, ziehen sich, während das Publikum johlt und klatscht, in Windeseile Hasenkostüme, Bademäntel, Anstreicherkittel und Mönchskutte an, setzen ihre gelben Scheinwerfer-Brillen auf, kommen zurück auf die Bühne, fangen an zu spielen und sehen: Kein Nebel, viel Licht. Der Beamer-Effekt ging flöten, die Verkleidungen sahen ohne neblige Verbrämung… nunja… sehr eigenartig bis bizarr aus. Kann ja nicht alles klappen. Trotzdem ein fantastischer Gig.
Anschließend Crossroads-typische Geselligkeit. Ein Heidenspaß, wie immer. Prost.

Also in der Nacht vom 02./03.Februar 2009 eine Extra-Runde online-Fernsehen einplanen, Sendung beginnt um 0:30, oder Aufzeichungsgeräte rechtzeitig progammieren! Am Dienstag morgen um 5:00Uhr gibts aber auch noch eine Wiederholung!


3 Responses to “WDR-Rockpalast: Leckerbissen für FINK -Fans”


  1. 1 Stefan
    12. April 2010 um 11:43

    Warum lese ich das denn erst jetzt und hier?
    Hat das zufällig jemand mitgeschnitten und kann eine Kopie des Mitschnitts zur Verfügung stellen?

    Bitte melden bei stef (at) junkersholz Punkt de

    Tausend Dank!

  2. 12. April 2010 um 16:22

    Hab auch schon bei der Rockpallast-Redaktion angeklopft, aber die geben keine Mitschnitte heraus. Man kann sich den Beitrag als Wiederholung wünschen, aber ich warte schon seit Monaten vergeblich. Wäre auch sehr glücklich, das nochmal sehen zu können!
    Grüße,
    Anny

  3. 13. April 2010 um 20:32

    … aber ein kleiner Wehrmutstropfen ist auf der WDR Rockpalast-Seite zu finden: das Video „Fisch im Maul“ und „Grüsse“ kann man sehen/hören. (RealPlayer erforderlich)


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