„Ich hab Rhabarber gezüchtet“, so beginnt Daantje and the golden Handwerk alias Joachim Zimmermann seine Versuche im musikalischen Existenzkampf zu umschreiben. Rhabarber!? Ein etwas aus der Mode gekommenes Gemüse, das als Kompott zubereitet ein knirschend, pelziges Gefühl auf den Zähnen hinterläßt. Ähnlich pelzig-knirschend wird man mit den ersten Klängen der EP „AHA“ begrüßt. E-Gitarren bis zum Anschlag verzerrt stellen Gehör und Gehirn kurz auf eine Zähigkeitsprobe, ist diese erst mal überstanden pendelt sich der anfangs so giftige LoFi-Sound ein in einem geruhsamen, hypnotischen Puls, ein ruhiger Strom mit Untiefen, auf dem obenauf Daantjes schnörkellos-melancholische Stimme schwimmt – ein charakteristisches Merkmal der meisten Songs.
Seine Lieder sind bodenständiges Handwerk, da überwiegend akustisch intoniert. Sie handeln vom Musikerdasein, von Lebens-Baustellen und von Liebe. Soviel lassen die assoziativen Bilder aus den teils verschrobenen Texten durchscheinen, in mancher Ecke hockt auch der kleine Wahnsinn und lächelt leise während man sich vom uhrwerkgleichen Ticken der Musik in zustimmendem Mitwippen wiegen läßt. Rhabarber, vergiftete Brunnen, Besen und Schaufel, Rampen, Dämonen… Aha!? – gemeinhin spontaner Ausdruck der Erkenntnis – weicht bei Daantjes Liedern teilweise einer unsicheren Verwunderung. Aber so ist das eben, das Leben. Verstehen oder nicht – aber bloß nicht still stehen.
Fünf Lieder haben ihren Weg auf diese EP gefunden, die sich originell als kleine Vinylscheibe tarnt und bereits seit Ende August gespannt auf Hörer wartet.
„Nicht viel“ das ist Glücksrezept, Liebeserklärung und Ode an die einfachen Dinge des Lebens in Einem. Ein Lied bei dem spätestens mit der ersten „lalalala“-Textzeile ein Lächeln ins Gesicht schleicht. Wunderbar stimmig perlen allein die gezupften Gitarrenakkorde um den ausnahmsweise recht frohen Song. „Nicht viel“ könnte aber auch als Motto über die gesamte Herangehensweise an Daantjes Musik stehen: schlicht, gradlinig, ehrlich, ungeschminkt aber treffend.
„Der Container“, das richtige Lied zum beherzten Ausmisten jeglicher Altlasten, swingt ein wenig eckig-rumpelnd daher und wirkt durch zwei akustische Gitarren, die Percussion und den dominanten Kontrabaß des Gastmusikers Hans Wagner („Das Trojanische Pferd“) schon vergleichsweise üppig instrumentiert.
Das mittlerweile prominenteste Stück der EP „Wer du bist“ wurde irrtümlich oft Musikerfreund und Labelkollegen (Omaha-Records) Gisbert zu Knyphausen zugeordnet, der es als Cover eine Weile auf seiner MySpace-Seite stehen hatte. Dank Gisbert ist die hier Schreibende schon auf manch feine Band aufmerksam geworden, so eben auch auf Daantje &tgH. Dies also die sprödere Originalversion eines eindringlich-ehrlichen Liebeslieds an eine unnahbare Person, in dem man sich unter Garantie irgendwie wiederfindet und beim inbrünstigen Mitsingen des Refrains erwischt.
Zum guten (?) Schluß steht der Aufbruch „Aus der Stadt“, ein Song, der den Hörer gedanklich in einen Bus setzt und zunächst drei Minuten lang durch eine monotone Gitarrenlinie mit fisseligen Fetzen Stadtgeräuschen aus dem Fenster blicken läßt bis die Erkenntnis folgt “Liebling, ich zieh heut aus der Stadt“. Ob Liebling nun zurückbleibt oder dem Aufbruch folgt, wer weiß … „da kommt der Bus“ und man drückt Joachim die Daumen für seine Ziele und eine gute Reise.
Surftips:
Daantje and the golden Handwerk auf MySpace
Daantje bei and the golden Handwerk Omaha Records
Music makes my day - heute hat das Motto in meinen Tag gepaßt wie selten.
Ausholend erzählt: ein Musikmagazin wird 20 (2009 scheint das Jahr der Musikzeitschrifts-Jubiläen zu sein…) und bringt neben dem regulären Heft ein Sonderausgabe mit Bonus-CD raus. Ein Interview auf ByteFM verfolgend beschließe ich, mir das Heft zu besorgen, scheitere als Gelegenheitskäufer aber am mageren Sortiment der Verkaufsstellen meines provinziellen Biotops. Hier bekommt man Käseblättchen, PC-Literatur, Bravo & Co und „Schöner Wohnen“-Magazine bis zum Abwinken, aber keine vernünftigen Musikzeitungen („… haben wir aus dem Sortiment genommen, weil die keiner nachfragt“ – hallo?!). Der Schreibwarenladenchef kennt mich und meine „exotischen“ Anfragen inzwischen.
Statt also 40km in die Metropole zu fahren wähle ich die umweltschonende Methode und klopfe freundlich mailend bei der Redaktion an. Dort äußert man Verständis für die bedauernswerte Lage und verspricht Abhilfe. Meine Einzelbestellung gebe ich ab und überweise zügig den Kaufpreis. Und schaue täglich in den Briefkasten. Nach unglaublichen 14 Tagen (wär ich doch besser in die Metropole gefahren…) steckt endlich das ersehte Heft in meiner Post – und landet wegen Zeitmangel erst mal auf dem völlig überfüllten Wohnzimmertisch.
Es dauert noch drei weitere Tage, bis ich endlich zur Zeitung greife und die beiliegende CD den Weg in meinen Player findet. Während ich nebenbei meine ToDo-Liste abarbeite erwischt mich plötzlich ein Song – will meinen, ich lasse alles stehen und liegen, stehe gebannt vor den Boxen bis der Song verklingt. Wiederholungstaste! Der Song schleift ab da zwei Stunden nonstop durch.
Was da läuft? Das Stück ist 20 Jahre alt, erinnert mich irgendwie an gewisse Parties, damals ein Klassiker der neu aufkeimenden Gothik-Rock-Welle, deren Anhänger, genannt „Grufties“ in schwarzen Mänteln, spitzen Schuhen und auftoupierten Haaren den frontalen Wiegeschritt für die Disko etablierten. „This Corrosion“ von der großen Platte der Sisters of Mercy „Floodland“, in der absolut berührenden Version von – ausgerechnet - Lambchop! Gegensätzlicher kann Musik kaum sein: elektronisch-bombastisch vs. instrumetal-entschleunigt. Ben Begriff „Cover“ mag ich garnicht dazu setzen, weil das, was Kurt Wagner aus dem Stück gemacht hat in meinen Ohren vollkommen anders und um Längen besser klingt – als hätte ich es nie zuvor gehört: die Musik filigran, ruhig pulsierend, sparsam akzentuiert, die Stimme eher dezent und doch deutlich. Den Text hab ich füher auch nie wirklich beachtet!
Als würde man eine gute Flasche Wein aus dem Keller holen, die 20Jahre + 14 + 3 Tage gebraucht hat, lange gelagert und gut gereift ist, um in meinem Wohnzimmer zu landen. Ob das nun Wagners Leistung ist oder an dem Alterungsprozess meines Musikgeschmacks liegt?
Zum Wohl:
Lambchop veröffentliche „This Corrosion“ 2002 auf dem Album „Is A Woman“, die SOM veröffentlichten „Floodland“ 1987.
Ach ja, das Musikmagazin heißt VISIONS und feierte Anfang November mit der 200.Ausgabe sein 20jähriges Bestehen. Ursprünglicher Kaufgrund war meine Neugier auf das Projekt Them Crooked Vultures (Dave Grohl – John Paul Jones – Josh Homme). Die Bonus-CD „All Areas“ Vol.109 enthält eine temporeiche Mixtur: die deutschen Bands Madsen, Kettcar sind vetreten, Größen wie Foofighters, Nirvana, Pearl Jam, The Robocob Kraus, Dredg und eben auch das Stück von Lambchop
Der 03.November 2009 war ein Abend der Premieren für Mark Gillespie, seine Band und alle angereisten Fans, auch wenn das – abgesehen von der pünktlich zum Tourauftakt erschienenen CD „In Your Hands“ – von Mark Gillespie nicht besonders betont wurde: erstes Konzert der Tour (Termine), CD-Release und erstes Konzert mit neuem Line-up.
… das sind doch mal Tickets, die man sich gerne an den Kühlschrank hängt …
My story so far:
Ziemlich genau vor einem Jahr hatte die Harmonie Bonn Mark Gillespie im Duo mit Tom Drost das erste Mal im Programm, (hier nachzulesen). Der Andrang damals war enorm, wenn man bedenkt, daß Herr Gillespie sich den Großraum NRW auf den Straßen der Region erst langsam zu „erspielen“ begann. Die Verzweiflung über den damaligen Parkplatzmangel trieb mich dieses Jahr schon pünktlich zum Einlaß in die Halle. Damit war mir diesmal eine einmalige Pool-Position sicher.
Als Support für die Mark Gillespie Band spielte das Duo Gillespie-/Tom Drost und – inzwischen unverzichtbar im Gepäck – natürlich Marks Spielzeug: der kleine Roland (die multifunktionale Loop-Station).
Pünktlich kurz nach 20:00Uhr legten Mark und Tom los, im Warm-up vor allem die beliebten Stücke der älteren Alben wie „Don´t Mess Around“, „Give It Time“, „Barefoot & Naked. Bei „Supersonic Sunday“ stiegen die anderen Musiker mit ein, als da wären Peter Herrmann am Bass, Gerd Stein an der Gitarre und Klaus Tropp am Schlagzeug. Das Tempo zog deutlich an und die nächsten Stücke stammten überwiegend von dem neuen Album. Rhythmisch abwechslungsreich, mit überraschenden Tempi – und Stilwechseln, verspielt spielfreudig, wie man es von typischen Gillespie-Songs inzwischen kennt. Phasenweise dominierte der Eindruck, daß auch mal kräftiger in die Saiten gegriffen wird – Gillespie goes Rock. Erfreulich dennoch, daß für die Querflöte genug Parts bleiben und Tom Drost bei den neuen Stücken und auf dem neuen Album zu hören ist.
Der „Neue“ Gerd Stein zeigte handwerkliche Perfektion mit einem erstaunlich vielseitigem Sound, virtuosen Gitarrensoli und Klängen aus einer Spannweite, die an Mark Knopfler bis David Gilmore erinnern. Im Grunde ist er als vielseitig-beschäftigter Profimusiker in zahlreichen Bands unterwegs und ein langjähriger Musiker-Kollege von Bassist Peter Herrmann, also alles andere als ein Neuling.
Kein Gillespie-Konzert ohne Improvisations-Komik und spontane Jokes. So haben wir erfahren, daß Erdnußflips kein geeigneter Snack vor einem Gesangsauftritt sind, weil der „Taste of Flip“ beim Singen stört, sozusagen „ausflippt“ . Und es ist zu hoffen, daß das beherzte Ausleihen der Wasserflasche an eine Zuschauerin die Schweinegrippe-Impfung ersetzt…
Nach knapp einer Stunde gab es die obligatorische Pause, gute Gelegenheit zum Getränke- oder CD-Kauf. Runde zwei begann wiederum mit dem Duo Tom und Mark und einigen brillianten Cover-Songs, wobei deren Anteil in der gesamten Set-List deutlich geschrumpft ist, zu Recht, denn die eigenen Songs sind über die Jahre zu einem guten, eigenständigen Repertoire angewachsen. Neue Songs wie „In Your Hands“(schöner Basslauf unterlegt den gesamten Song), „So You Think You Know“, „Days And Nights“ (Ausflug in den ChaCha), „You Might Get There“ (ein Hauch von Mittelalter, mein absoluter Favorit), u.a. bestanden ihre Taufe vor Publikum mit begeistertem Applaus.
Klar, daß man euphorische Zuschauer nach dem Hit „I Miss My Mommy“ nicht nach Haus schicken kann. Den geplanten Zeitrahmen galt es wohl hier und da etwas zu stutzen, aber Auftaktkonzerte können kaum besser laufen – das Publikum war durchweg begeistert.
Zum Finale gab es zwei Zugaben und mit dem Klassiker „Light At The End“ war endgültig Schluß.
Auf ein nächstes Mal in der Harmonie!?
Jeden ersten Samstag im Monat, zuletzt also am 03.10.2009, um 20:00Uhr, öffnet das Konspirative Küchenkollektiv seine Tür für erlesene Musik, handverlesene Gäste und Küchenkunst. In der kommenden Sendung wird der jüngst auch mit dem Musikpreis HANS gekürte Gisbert zu Knyphausen seine Lieder singen, wohin das führt, ihr werdet sehen … während Küchenchef Marco Antonio Reyes Loredo mit dem Wunschgericht Hackbällchen mit Tiefkühlgemüse und Fertigsauce reichlich unterfordert sein wird – da gab es doch schon anspruchsvollere Wünsche, man erinnere sich an „Kalbsleber nach Chappi Art“.
Empfangen werden kann die Sendung auf dem Hamburger Lokalsender Tide TV im Kabelnetz. Wer nicht in Hamburg wohnt, und das nicht auf den Bildschirm bekommt, dem sei nicht die Suppe versalzen. In Kürze wird die Sendung auch auf der Homepage der Konspirativen Küchenkonzerte zu sehen sein und diverse Regionalsender von Flensburg bis Wien, von Berlin bis Bremerhaven senden inzwischen schon die konzertalkulinarischen Leckerbissen. (Senderliste hier in Kürze).
Aus dem Küchenstudio vorab schon mal ein paar Impressionen von der nächsten Sendung. Übrigens, der eintönig grüne Hintergrund des Bühnenvorhangs wird in der Endversion der Sendung durch den Künstler Thomas Baldischwyler zum Leben erweckt. In der Nachbearbeitung des Filmmaterials projeziert er auf den „green screen“ fließende Farbverläufe. Selbst das Küchenkollektiv war gespannt, wie ihre Sendung am Ende ausschauen würde.
Beneidenswert finde ich immer die Leute, die sich eine Zahnbürste in die Jackentasche stecken, an die Jeanstasche zum Portemonnaie greifen und sagen: Von mir aus können wir fahren!
Soweit werd ich´s nie bringen, Nomadentum liegt mir nicht, aber über die Jahre habe auch ich mir ein gesundes, ballaststoffärmeres Packverhalten angeeignet. Nun steht mein Hamburg-Wochenende bevor, Open-Air-Konzerte in meinem Terminplan und frische Temperaturen im Wetterbericht – das bringt Turbulenzen in mein abgespecktes System. Der Hoch- und Festivalsommer schwächelt. Pulli, Regenjacke, Sandalen, Stiefel, was Hübsches oder eher praktisch?
Und wenn ich schon damit beginne, mir über Outfit und Equipment den Kopf zu zerbrechen kann ich gleich mit dem Programm fortfahren.
Weit ausgeholt: Eigentlich wollte ich überhaupt nicht nach Hamburg!
Ist zwar ´ne schöne Stadt, hat viele nette Läden und gute Bands, schöne Aussichten und frische Brise … ein entscheidender Nachteil aber die zu überwindende Distanz von 400km. Im letzten Jahr stand ich schon mal vor der gleichen Entscheidung, hatte sogar zwei Termine zur Auswahl. Hab mich dann für einen entschieden, wär aber Nachhinein besser zum anderen gefahren. Da wo ich nicht bin sind immer die besten Konzerte, beschleicht mich ein Verdacht. Also lass ich´s lieber gleich. Nein, am 15.August nach Hamburg fahren, kommt nicht in Frage!
Und dann treffe ich eine Hamburgerin in Köln. Sie schwärmt von genau dem Konzert, zu dem ich nicht fahren werde – was angesichts des nordischen Temperatments und ihrer Routine im Kulturbetrieb ja schon was heißt. Das hat mich dann doch irgendwie zum Grübeln gebracht – nein: überzeugt.
Wenn schon – denn schon: damit sich die Fahrerei lohnt, mehr als im Frühjahr mein Kurztrip ins Kino nach Berlin leg ich noch einen Tag drauf – dann bleibt ein wenig mehr Zeit zum Umsehen.
Und die werde ich brauchen, denn um das ursprünglich anvisierte Konzert ranken sich fast wie von selbst neue Termine:
Chronologie der Pläne:
Konzertbunker Übel & Gefährlich
TOP 1. Dachgartenkonzert im Übel & Gefährlich: am 15.08.2009, ab 21:00Uhr spielen Veranda Music und Nils Koppruch!
Im letzten Sommer gab es an gleichem Ort bereits ein Dachgartenkonzert mit Nils und die, die da waren schwärmen noch heute überzeugend von der Atmosphäre: Musik im Sonnenuntergang über der Skyline von Hamburg. Impressionen zum Anschauen.
TOP 2a. Über Umwege stoße ich dann auf das Dockville: Welch glückliche Fügung, findet doch am Wochenende vom 14. -16.08.2009 auch das Kunst- und Musik-Festival Dockville in HH-Wilhemsburg statt. Also schnell mal ins Programm und Line-Up geguckt und für lohnenswert befunden. Leider läuft der Top-Act Element Of Crime zeitgleich mit meinem Dachgarten-Konzert. Aber über meine Prioritäten gibt es zumindest hier keinen Zweifel.
Das Dockville starten ja schon am Freitag, den 14., da wird sich schon was nettes finden: Herrenmagazin, Bill Callahan, Soap & Skin.
TOP 2b. Beim Blick aus dem Fenster kommen mir leider gerade Zweifel, ob eine Outdoor-Veranstaltung am Wochenende wirklich den puren Kulturgenuß bieten wird. Nass, nass, nass … dafür bin ich nicht gemacht… (Koppruch) und so freue ich mich über eine neue Alternative, die sich auftut: Kino! Im Zeise Kino Altona läuft am 14.08. in der late Night-Vorstellung ab 22:30Uhr der Film von Bernd Begemann „Alle müsssen mit“, eine Doku über das Leben und Streben der Indie-Musikszene mit vielen Interviews: Paula, Erdmöbel, Samba, Die Türen, Klez.e, Richard von der Schulenburg, Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen), Wolke, Nils Koppruch, Britta, Niels Frevert, Superpunk oder die Indie-Popper von Anajo.
Herr Begemann wird der Aufführung höchstpersönlich beiwohnen.
Auch fein, wärmer, trockener und kostengünstiger. Ach, immer diese Entscheidungen …
TOP 3. Wenn mir zwischen all den Möglichkeiten, Regenschauern, und Mailfreunde-zum-Kaffee-treffen noch Platz bleibt tritt TOP 4. ein: Sightseeing! Landungsbrücken, Fischmarkt, das Karo u.v.m. … und Mitbringsel kaufen.
Das schwerste Gepäck, das man mitnehmen kann sind Erwartungen.
Ahoi Hamburg.
Möge mein Gepäck leicht sein.
John Fairhurst hat früher mal in Hardrock-Bands gespielt. Das muß wohl eine Weile her sein. Dann zog er jahrelang durch die Welt, vor allem durch Asien. Um schließlich in sein englisches Heimat-Städtchen Wigan zurückzukehren. Dort hat er 2008 ein Debut-Album aufgenommen „Joys of Spring„. Soweit die Eckdaten.
Der Album-Titel klingt ein wenig verklärt im Verhältnis zu dem, was den Hörer wirklich erwartet: Blues, Folk, Jazz und klassische indische Harmonien, das Lieblingsinstrument dieses Virtuosen ist die Resonatorgitarre, die mit der richtigen Stimmung wirklich wie eine Sitar klingt. Dazu ein wenig Tabla und schon wird aus einem Stück, das eben noch nach Blues klang ein Ausflug in exotische Gefilde. John Fairhurst ist sowohl als Solist absolut überzeugend als auch in der 5-köpfigen Bandbesetzung mit einem eigenwilligen Line-up aus Gitarre, Saxophon, Harmonika, Kontrabass und Konga/Tabla. Das Ergebnis ist in jedem Fall mitreißend, lebendig … jeah – „Joy“ paßt.
Hatte ich bereits erwähnt, daß es sich um Instrumentalmusik handelt? Man könnte hier glatt vergessen, daß Songs gemeinhin auch von „vocals“ leben. So, jetzt Lautsprecher hoch und viel Spaß!
OBNOX STOMB:
Achtung, in 2:26 kommt das Messer zum Einsatz!
Virtuos auch dieses Stück „How far, how fast“, welcome to India:
Augenscheinlich ist dieser Gitarrist in Deutschland noch so unbekannt, daß keins der eingschlägigen Musik-Magazine, nicht mal die Indiependent-Plattformen von ihm Notiz genommen haben. Das sollte sich dann mal schnell ändern, John Fairhurst spielt am 09. und 11.Juli in Bonn, die vorerst einzigen Termine in Deutschland.
Mehr zum Reinhören auf MySpace
Mehr Biographisches beim englischen Independend-Label Humble Soul
Der Dokumentarfilm „Wasser und Seife“ von Susan Gluth kommt in die Kinos! Ich berichtete.
Alle reden von der großen Rezession, von Finanzkrise und Firmenkonkursen, die Wogen scheinen uns allen global über dem Kopf zusammen zu schlagen. Der Film begleitet Menschen, für die wirtschaftliches Überleben seit Jahren zum Alltag gehört, die sich damit arrangiert haben und zeigen, daß das Glück nicht unbedingt im Portemonnaie wohnt.
Ansehen, der Film macht GUTE LAUNE!
Alle Aufführungstermine im Überblick.
Auf der Startseite des Films kann man sich einen Trailer anschauen, in dem auch die Filmmusik von Nils Koppruch zu hören ist. Im Rahmen der Kinoaufführungen spielt Nils Koppruch in folgenden Orten im Anschluß an den Film sein Konzert:
Zitat kult 41: „Ein Abend ganz im Zeichen des Song“ -
nunja, ein gutgemeinter Versuch einen gemeinsamen Nenner zu finden, einen ganz kleinen. Song und Song, dazwischen lagen weite Welten. Das war ein Programm wie es gegensätzlicher nicht hätte klingen – und aussehen – können :
Rasta-Matte vs. Millimeterrasur - 2 vs. 6 – Garagen-Lo-Fi-Sound vs. schwebende Klänge – extrovertierte Lässigkeit vs. introvertierte Schüchternheit … wer findet noch mehr Unterschiede?
Das kult 41 füllte sich zunächst nur schleppend, ein paar Menschen am Merchandising Tisch drehten Däumchen, Gäste, die pünktlich erschienenen, standen noch unschlüssig im Raum. Friedemann Weise hatte netterweise ein paar Promo-Postkarten ausgelegt, deren Lektüre sicher nicht zeitfüllend, doch irritierend genug war, um zumindest Gesprächsstoff zu bieten:
Promo-Postkarte Friedemann Weise
Gegen 20:20 Uhr entschied sich Friedemann Weise loszulegen, auch wenn man bei etwa 30 Leuten nicht wirklich von großem Publikum reden kann. „Ich bin ja dafür bekannt, daß ich nicht gerade zu den Aufgeregtesten gehöre … aber heute abend sind meine Eltern da…“ gemeint war ein weißhaariges Paar, 60+, daß am Tresen Platz genommen hatte. Wir sollten daher besser erst mal keine CD´s kaufen, damit seine Eltern die finanzielle Unterstüzung nicht einstellen.
Ich bekenne mich hiermit des Repertoires seiner CD bislang unkundig , das Debütalbum „Friedemann Weise“ erschien am 28.November 2008, außer dem Song „Rettete“ und dem MySpace-Profil hatte ich bisher noch nicht das Vergnügen.
Friedemann spielt E-Gitarre, manchmal Bass, sein Kollege Markus Hausmann trommelt dazu auf einem „Kinderschlagzeug“. Bewußt reduziert und temporeich. Der akustische Vergleich, der mir spontan dazu einfiel war der Sound von TRIO („jajaja“, „Los Paul“) aus den frühen 80´ern (27 Jahre her!) ein Vergleich, der aber auch schon anderen eingefallen ist. Als „Hausmann“ anmerkte, an einem Percussioninstrument sein etwas kaputt gegangen, erwidert Friedemann: „Kaputt? Macht nichts, Hauptsache es macht noch Krach bis hinten in die Ecke!“ Neben seiner erfrischend unbekümmerten Art schaut man ihm auch gerne beim Musikmachen zu, denn der Gute hat durchaus akrobatisches Talent für ungewöhnliche Moves. Eine eigenwillige Choreographie, die auch mal knapp am Abrund des 1,50m tiefen Bühnenrands entlang führt oder die davorstehende Box als Podest einbaut.
Das Publikum spendete angemessen Beifall, „Hollandrad“ wurde gefordert, aber der allgemeine Funke der Begeisterung sprang, wenn überhaupt, zumindest nicht auf mich über. Nach einer guten Dreiviertelstunde war sein Repertoire gespielt und die Anwesenden bestanden nicht vehement auf einer Zugabe.
Nach kurzer Umbauphase betrat dann die 6-köpfige Band HOLMES aus Göteborg/Schweden die Bühne. Ohne weitere persönliche Vorstellung wurde der Raum erst mal in einen anschwellenden Klangteppich gehüllt. Die Aufmerksamkeit des Publikums war ihnen sofort sicher.
Holmes machen Musik mit Elementen aus Folk und Country, dem schwebenden Zusammenspiel der Klänge von pedal steel, Akkordeon und Piano wird viel Raum gegeben. Takte die so lang sind wie tiefe Atemzüge wirken unangestrengt und ungemein entspannend. Die hohe Stimme des Sängers Kristoffer Bolander klingt warm, sensibel aber nie übermäßig emotional. Und sie ist der von Neil Young stellenweise zum Verwechseln ähnlich.
Man wünscht sich lauschend statt des kahlen Ambientes der ehemaligen Fabrikhalle ein gemütliches Sitzmöbel zum Reinlegen her, am besten noch den passenden Mensch zur Seite. Das klingt wie Sondtracks zu ausgedehnten Landschaften, Fahrten über lange, weite Straßen, Flüge über Fjorde und Berge. Kurz: es ist einfach wunderschöne Musik, in die oder zu der man sich irgendwie verlieben kann.
Die einzelnen Bandmitglieder stehen fast statisch an ihren Plätzen, jeder vertieft in sein Instrument. Die Musik hat nichts Eitles, Kompliziertes oder gar Virtuoses, die Melodien und Rhytmen sind einfach und klar strukturiert, aber vielleicht ist es gerade das, was den Hörer freundlich an die Hand nimmt, trägt und einläd, zu verweilen.
Leider habe ich akustisch von dem, was Kristoffer Bolander sagte wenig verstanden, weil er sein schwedisches Englisch so leise, verschüchtert ins Mikro wisperte. Es wäre nett gewesen, wenn er seine Crew mal namentlich vorgestellt hätte. Aber wie gesagt, eitel ist anders.
Die Recherche liefert mir folgendes Line-up: Johannes Björk (E-Gitarre), Johan Björklund (Lap Steel & E-Gitarren), Kristoffer Bolander (Gesang, Gitarre), Daniel Zackrisson (Piano, Mandoline, Gesang) und Betti Velickovic (Akkordeon, Gesang). Fehlt offensichtlich noch ein Bassmann?
Die Band besteht bereits seit 2002, bis 2008 wurden aber nur zwei Alben und eine EP-produziert, man hat keine Eile und der kommerzielle Erfolg scheint auch nicht besonders im Vordergrund zu stehen:
Zitat Holmes (Quelle: Band-Biographie bei Laut.de):
„Wir hatten nie die Absicht, daraus eine große Sache zu machen“, erklärt Johan. „Deshalb bin ich froh darüber, dass sich die Dinge so langsam entwickelt haben. Die wirtschaftliche Seite der Musikbranche mochte ich nie so wirklich, sie ist irgendwie angsteinflößend. Es wäre schön, wenn wir uns auf demselben Weg weiter entwickeln und Stück für Stück mehr Zuspruch bekommen könnten.“
Das Album Wolves (VÖ 31.10.08) hat in deutschen Musikmagazinen durchaus lobende Kritiken bekommen, so zu lesen bei Laut.de, Rote Raupe, crazewire.
Auf der Homepage von Holmes kann man sich restlos alle Stücke anhören, downloaden und als Player einbinden. Hier mal das erste Stück vom aktuellen Album und dem Konzert:
Mag sein, daß ich beim Schreiben etwas ins Schwelgen gerate, aber ich bin mir sicher, das Publikum im kult41 hat das an dem Abend mindestens genauso empfunden. Der Sänger wollte brav um 22:00Uhr zum Ende kommen, aber einem „there´s still lot´s of time“-Zuruf folgte immer wieder rhytmischer Applaus und drei weitere Zugaben.
Die Termine der Europatour:
25.Mrz.2009 20:00 Objekt 5 Halle (D)
26.Mrz.2009 20:00 Paris Syndrom Leipzig (D)
27.Mrz.2009 20:00 Kult 41 Bonn (D)
28.Mrz.2009 20:00 Elfer Frankfurt (D)
29.Mrz.2009 16:00 Kohi Karlsruhe (D)
30.Mrz.2009 20:00Fatal Landau (D)
31.Mrz.2009 20:00 Channel Zero Ljubljana (SI)
01.Apr.2009 20:00 The Office Graz (AT)
02.Apr.2009 20:00 Vorstadt Wien (AT)
03.Apr.2009 20:00 Herbert Baden (CH)
05.Apr.2009 20:00 Dimensione Winterthur (CH)
08.Apr.2009 20:00 Bar Sartea Vicenza (IT)
09.Apr.2009 20:00 Locomotiv Bologna (IT)
10.Apr.2009 20:00 Arci Valverde Forlì (IT)
12.Apr.2009 20:00 Südstadt München (D)
13.Apr.2009 20:00 Yacht Brno (CZ)
14.Apr.2009 20:00 Societätstheater Dresden (D)
15.Apr.2009 20:00 Haus 73 Hamburg (D)
16.Apr.2009 20:00 Schokoladen Berlin (D)
17.Apr.2009 20:00 Limes Köln (D)
18.Apr.2009 20:00 TBC Bielefeld (D)
19.Apr.2009 20:00 Loppen Köpenhamn (DK)
Ich werde mir Holmes in Köln nochmal ansehen – vielleicht haben sie sich dann eine Prise mehr Selbstbewußtsein erspielt.
Hier ein paar Fotos, meine Kamera gibt leider nicht mehr her:
Wiederholungstäterin aus Überzeugung – das Programm des Kult41 wird allmählich Bestandteil meines Terminkaleders!
Für heute abend werden HOLMES (GÖTEBORG) + FRIEDEMANN WEISE (KÖLN) angekündigt.
Ein Abend im Zeichen des Songs. Zunächst wird der Kölner Liedermacher und Britpop-Charismat Friedemann Weise mit Stücken und Geschichten seines unlängst erschienen Debütalbums (Titel „Friedemann Weise“, Anm. anny way) das Publikum einstimmen, bis Holmes ihre warme Interpretation von schwedischer Melancholie zelebrieren.
Holmes befinden sich gerade am Anfang einer europaweiten Tournee.
Das klingt so gut, da kann ich nicht zuhause bleiben
Heinz Ratz – Gründer und Kopf der Band Strom und Wasser – ist Musiker, Poet, Buchautor, Kabarettist, Überlebenskünstler, Weltenreisender, politischer Aktivist … um nur kurz mal anzureißen, womit sich das Leben dieses umtriebigen Menschen in seinen 40 Lenzen bereits gefüllt hat.
Über ihn ließen sich sicher Bände füllen. Er selbst als manisch produktiver Mensch tut das aber sicher besser als ich es je könnte. Kleine Selbstdarstellung gefällig?
El „Ratz“ – so betitelt er sich selbst auf seiner Hompage - ein süddeutscher Begriff für die Ratte: ein Tier aus der Gosse, die Augen gerichtet aufs Unheilvolle.
Dies ist seine Perspektive, aus der er die Welt beschreibt, selbst erlebt (hat) und nicht nur mit verbaler Kritik angeht.
Heinz Ratz ist quirlig, unbequem, tritt in den Hintern, klagt Resignation und Duldertum an, will nicht stehenbleiben, gibt sich nicht geschlagen und stemmt neben seinem musikalischen Schaffen auch Projekte wie den Lauf gegen die Kälte, ein in 2008 gestarteter Marsch gegen die zunehmende soziale Kälte – oder aktuell das Flussprojekt „Die Lee(h)re“ der Flüsse“, eine Inititative in Kooperation mit dem BUND e.V. gegen Umweltverschmutzung.
Es sind immer Maßnahmen, die bewußt abseits aller etablierten Strukturen organisiert werden, die jeden aufrufen, sich zu engangieren. Protestaktionen unter vollkommenem Einsatz der eigenen Gesundheit und Kräfte.
Ganz klar, Heiz ist und lebt Punk.
Woher nimmt man bloß soviel Energie? Zumal „el Ratz“ dem Teufel im Gewand der heimtückischen Krankheit Krebs schon dreinmal von der Schippe sprang. Offensichtlich ist es genau diese Erfahurng der Endlichkeit, die ihn motiviert, nicht still zu stehen:
„Wenn der Tod deine Nähe sucht, denkst du mehr über das Leben nach. Was kann ich da noch Sinnvolles tun. Was kann ich den Menschen mehr geben als nur Worte. Ich habe ja immer schon engagierte Texte gemacht. Aber dann verglich ich mich mit einem Sozialarbeiter und dachte, du tust im Grunde nichts, bekommst auch noch Applaus, die anderen gehen leer aus.“ Der Drang zur Tat wurde unwiderstehlich. (Januar 08)
Der gestrige Abend im Kult 41 wurde angekündigt mit drei Acts: der Band Strom und Wasser, Positano und dem Autor Christian Bartel.
Personelle Engpässe führten wohl dazu, daß das gebotene Programm ein wenig anders ausfiel als geplant, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Zum korrekten Konzerttermin um 20:00Uhr gab es noch recht viel frische Luft im Raum, das sollte sich aber nach wenigen Minuten ändern. Eine halbe Stunde später war das Kult41 gut besucht, schätzungsweise 70 – 100 Zuhörer fanden sich ein.
Als Appetizer des Abends spielte ein Duo (Akustikbass und Gitarre), das sich vorstellte als „Mike und der Doktor“. Für unbedarfte Zuhörer sei ein Warm-Up vor dem Hauptact nötig, so der Sänger Mike Godyla. Nach drei Liedern: Der Krieger – Brötchen holen – Strom und Wasser - und kaum einer Viertelstunde folgte schon das Hautpgericht „Strom und Wasser“.
Mike und der Dr.
Deren aktuelle Besetzung bestand aus Frontmann Heinz Ratz (Bass, Gesang), Enno Dugnus (Piano) und einem brillianten Percussionisten namens Claudio Spieler.
Die Musik dieser Band ist quirlig wie ihr Frontmann: Melodien, die gerne und sowieso gegen die üblichen Regeln der Hamonie anspielen. Stets temporeiche, preschende und stolperde Rhytmen aus Ska, Polka, Jazz und Dreiviertel- und sonstwiekomplizierten Takten lassen die Zuhörer von der ersten Minute an nicht still stehen. Überhaupt ist die gesamte Instrumentalisierung der Band auf den Rhythmus ausgelegt, das Piano akzentuiert mit Akkorden, Heinz spielt 5-seitigen Bass mit zugetapetem Schalloch und die Persussion würzt und treibt mit unglaublicher Vielfalt an Klangfarben. Da wippt der Iro, da fliegen die Dreatlocks, das Publikum schwingt Boots und Ellenbogen, die Markenzeichen der linken Szene sind unverkennbar.
Die Gesangsstimme von Heinz ist oft düster, rauchig, kehlig, hat ein gewisses Tom Waits-Timbre und klingt so anders als seine normale Sprechstimme, daß mich das Gefühl beschleicht, da wohnt ein anderer Ratz in diesem Kerl, der giftig-gallig-böse auf die Welt rotzt. Und das tut er mit einem Schwall ballaststoffreicher Texte, die im rasenden Tempo der Musik beim ersten Hören fast kaum vollständig aufgenommen werden können. Was wiederum förmlich zum Kauf der CD´s auffordert, alle Bookletts sind übersichtlich mit Texten versehen. Außerdem sind zahlreiche Gastmusiker am Werk, die mit Cello, Posaune, Flöte schöne Klangtupfer in den „meltig Pot“ zaubern. Bei Traumton gibt´s Cd´s zu kaufen und alle Termine der nächsten Zeit im Überblick.
Heinz Ratz, Enno Dugnus
Heinz Ratz, Enno Dugnus
Die Setlist von Strom und Wasser im Überblick, man verzeihe kleinere Fehler, nicht alle Liedtitel sind mir geläufig:
Emotionsdesign (vom neuen, gleichnamingen Album)
Gut Gut
Exkurs: Geschichte vom antroposophischen Alkoholikerheim Leisetreter
der politisch korrekte Tanz
Präsident
Farbengeil Exkurs: Schwank aus dem Leben: von Bonn nach Pforzheim Mike und der Reaggea für Studenten
CDU-Tango
Lied vom Lied – eines meiner Lieblingslieder, aus dem ich hier mal zitieren möchte:
Was kann das Singen schon in einer Zeit bewirken die so grau und glatt geschliffen ist, und keine feinen Ohren hat?
Die schlafende Armut
Herz aus Stein
Mein & Dein
497 Exkurs: wie aus einem braunen Ratz ein roter wurde! eine königliche Story Rios Herz
Das Antierziehungslied
Der Auftritt war der Abschluß einer 14-tägigen Tournee der Band und man hätte meinen können, die Spielwut war angesichts des vorerst letzten Auftritts besonders groß, Heinz Ratz kaum mehr zu bremsen..
Gegen 21:45 folgte die erste Zugabe:
Träumerchen
Panzerfahrer Jupiter
Ranfigurenkabinett Exkurs: noch eine kurze Vorstellung des Projekts „Die Lee(h)re der Flüsse“, das am 07.06. im Pantheon Bonn Station macht, mit Götz Widmann als Gast.
Und weils thematisch so gut dazu paßt : Die Elbe
- finally
die Große Mondpolka
Zum Abschluß noch ein selbst aufgezeichnetes Video von dem Lied „Die schlafende Armut“
Damit die weiteren Akteure des Abends auch noch zum Zuge kamen räumte die Band gegen 22:20 die Bühne – zunächst im Tausch gegen eine Bierbank, auf der dann hübsch aufgereiht Positanos Sänger mit Gitarre, Christian Bartel und die Sängerin Anika Auweiler (a.k.a. ANIKA) Platz nahmen.
Was nun folgte war wie süßer Nachtisch zu einem schweren Hauptgang.
Im Wechsel gab es je ein Stück von Positano, ein Schwank von Christian Bartel und ein Lied von ANIKA. Besonders überzeugen in dieser lockeren Melange konnte dabei Christian Bartel mit seinen höchst lustigen, ein teils kindliches Gemüt offenbarenden Texten über den rauchenden Hypochonder im Angesicht des Todes, die Zwangsbesuch bei der ungeliebten Oma „Frau Pichelstein“, den perfiden Büchertausch am Beispiel der Kinderbuchgeschichte „Panama“, und der Klappentext zur eigenen Person, der in einer Orgie des Größenwahns gipfelt. Sehr empfehlenswert!
ANIKA - Christian Bartel - Positano
Christian Bartel liest
Die Sängerin ANIKA, die sich selbst mit Gitarre begleitete, überzeugte mit brilianter Stimme, sympatischer Ausstrahlung und schönen Liedern über Sinn und Sein.
Alles in allem ein gelungener Abend mit viel Kultur für kleines Geld. Das Kult41 avanciert zu meinen Lieblingsläden, ein wirklich sehr zu empfehlendes Programm, und eine feine Location für Musik, Ausstellungen, Kino, Theater und Lesungen.